Schweden 2002

Natur und Erlebnisse in Schweden 2002


Warum immer wieder Schweden ? Das fragen uns Freunde ! Schweden ist einfach zu groß um es innerhalb eines Urlaubes abzureisen. Es gibt viele unterschiedliche Regionen, alle absolut verschieden. Wir haben wieder einmal was neues für “Uns” entdeckt und konnten so richtig genießen !

Zumal wir mit dem Wetter richtig Glück hatten. Viele warnten uns wegen eventueller Schneefälle, die wir in leichter Form auch zum Anfang hatten. Aber wer hätte gedacht, das wir fast nur Sonne und Temperaturen zwischen 18 – 25°C hatten ? Und das im Mai !

15.05.02
Gegen 15:50 kommen wir von zu Hause los, in Handewitt wird noch einmal zwischen getankt. Dann geht es auf direktem Weg nach Frederikshavn. Kurz davor tanken wir noch einmal voll, da der Sprit in Norwegen und Schweden weitaus teurer ist. Um 21:00 waren wir am Fährhafen. Leider sind wir nicht mehr aufs Gelände raufgekommen, daher verbrachten wir die Nacht auf dem lauten Parkplatz nebenan .  
 
16.05.02
Um 07:00 ging es aus den Betten und nach dem Frühstück zum Einschiffen. Die Fähre legte um 10:10 ab ! Wir hatten eine gute Überfahrt mit lauer See, und genossen die Fahrt durch den Oslofjord. Die Stena Saga legte um 18:30 in Oslo an. Wir versuchten einen Parkplatz in der verwirrenden City zu finden, leider vergebens und so entschlossen wir uns, die Fahrt nach Hamar fortzusetzen. Unterwegs quälte uns der Hunger, so dass wir erst einmal auf einem Rastplatz an der E6 Susi’s super Tomatisuppe verspeisten. Gegen 21:00 ging die Fahrt weiter Richtung Elverum, leider konnten wir dort keine Übernachtungsmöglichkeit finden. Kurz vor Rena fanden wir einen netten Parkplatz  


17.05.02
Wir sind gegen 15:45 los auf Fjällwanderung, wir suchten uns eine Tour aus, die nicht so schwer sein sollte. Die Tour ging am südlichen Ende vom Grövelsjön über eine Brücke des Flusses westlich ein Stück ins Fjäll. Über Bohlen, die über die feuchten Passagen gingen, wanderten wir dann weiter südlich. Ich wunderte mich schon warum Susanne und Waltraud auf einmal stehen blieben und unter den Bohlen am suchen waren. Ein kleiner süßer Wildhamster war auf der Flucht und hatte sich dort vor uns versteckt. Zum Glück konnte ich ihn mit der Kamera aufnehmen. Ein paar Minuten weiter hört ich dann ein aufgeregtes Pfeifen, zuerst dachte ich es wäre ein Vogel, aber nein ! Ein kleiner Hamster baute sich drohend vor mir auf und kam auf mich zugerannt, überquerte dabei einen kleinen Bach und rannte dann an mir vorbei und verkroch sich wieder unter einer Bohle. Für uns drei war es das erste mal, dass wir diese putzigen Tierchen in freier Wildbahn gesehen haben. Der Weg war teilweise überschwemmt. Teilweise mussten wir kleine Umwege machen, damit wir keine nassen Füße bekamen. Eindrucksvolle Einsamkeit faszinierte uns. Die eigentlich von uns geplante Route fanden wir nicht, so mussten wir einen Umweg machen. An der Strasse angekommen, überquerten wir wieder den Fluss auf östlicher Seite zur Störhyttan und gingen dann  ein Stück die Strasse rauf, die direkt am Fluss entlang führte. Der Wanderweg ging dann zum Fluss runter, nach 300 m drehten wir um, da diese Passage auf Grund der hohen Feuchtigkeit nicht passierbar war. Es ging dann wieder zurück auf die Strasse und wir quälten uns bergauf gegen den starken und sehr kalten Wind. Am Wohnmobil angekommen, stellten wir fest, das es draußen gerade mal 2 Grad kalt war.   
 
18.05.02
Wir wurden unsanft vom Sturm geweckt, obwohl das Wohnmobil auf den Stützen stand, sind wir etwas durchgeschüttelt worden. Außentemperatur um 07:00 Uhr waren 0°C. Die Fahrt sollte uns nach Idre führen. Bei der Abfahrt hatten wir sogar leichtes Schneegrieseln auf ca. 800 hm, um so niedriger wir kamen, um so wärmer wurde es. Leider war kein Elch zu finden, der die Strasse überqueren wollte. Dafür hatten wir aber das seltene Glück ein Auerhahnweibchen zu sehen, das hastig die Strasse querte. Wir kamen gegen 09:50 Uhr in Idre an, leider hatten noch alle Geschäfte in dem Ort zu, so dass wir noch einmal zum Idrefjäll hoch gefahren sind. Dort ist alles auf Winter eingestellt, aber da kein Schnee mehr liegt, ist dort oben Totenstille, wie eine Geisterstadt. Zurück in Idre wurde erst einmal eingekauft und ein bisschen gebummelt. Wir sind wohl doch ein bisschen zu früh in der Saison, weil alle Sportgeschäfte noch geschlossen hatten, bzw. gerade am umräumen waren von Winter- auf Sommerartikel. Im Ort waren es um die 10°C bei blauen Himmel.

Unsere Fahrt führte uns dann in  Richtung Särna auf der 70, kurz vor Särna ging es dann rechts Richtung Njupeskärs. Die Fahrt war wirklich wunderschön, beeindruckende Landschaften, unendliche Weiten von Wäldern, durch die sich die Flüsse und Feuchtgebiete schlängeln. Von der 70 bis nach Njupeskärs sind es 29 km. Irgendwo überquerten wie einen Fluss, wo sich Kanufahrer gerade ein Lager aufgebaut hatten, sie saßen dort mit Gitarre und feierten Ihr Wochenende. Kurz vor Njupeskärs entsteht im Moment ein kleines Touristenzentrum. Njupekärs Vattenfall ist der höchste schwedische Wasserfall, wo das Wasser in Fontänen von 97 m in die Tiefe stürzt. Vom Parkplatz aus sind es 2 km Wegstrecke, die wirklich wunderbar präpariert ist. Kurz vor dem Wasserfall befindet sich eine traumhaft gelegene Hütte, die wohl als Wetterhütte für Fjällwanderer dient, von dort aus kann man den ersten traumhaften Anblick auf den Wasserfall erhaschen. Ein Stückchen weiter führen Holztreppen und Holzwege direkt vor den Wasserfall, von dort aus hat man einen imposanten Anblick. Der Weg führt uns nicht auf gleichem Wege zurück, sondern durch die wundervolle Fjälllandschaft. Wir beschlossen hier auf dem Parkplatz zu übernachten. In der Nachmittagsonne genießen wir noch einige Zeit in den Sonnenliegen vor unserem Fahrzeug.     

                                                    

Nach dem Essen las Susanne noch im Reiseführer, und stellte fest, dass hier auch der Rösjön in der Abendsonne sehr romantisch sein soll. Also brachen wir gegen 19:30 Uhr nochmals Richtung Njupekärs Vattenfall auf, von dort aus sollte es dann direkt zum See gehen. Der Abzweiger sagte, dass es von hier bis zum See 3 km sein sollten. Wir quälten uns über steile Geröllfelder und über Schneeplatten auf die höchste Stelle des Fjäll auf über 896 hm. Die Kletterei hat viel Zeit beansprucht, so dass wir überlegten umzudrehen, da wir sonst den Abstieg in der Dunkelheit hätten. Von dort oben hatten wir einen traumhaften Ausblick auf die Gegend, dabei genossen wir die Abendsonne. Anschließend ging es den selben weg wieder zurück. 


 
19.05.02
Nach einem reichhaltigen Frühstück wurden die Sachen gezurrt und es ging nach Älvdalen, zuerst kamen wir durch Särna durch. Ein kleines Städtchen, wo zu dieser Jahreszeit noch nichts los ist. Wir genossen die Fahrt nach Älvdalen, es waren ungefähr 80 km, aber gerade mal zwei Autos trafen wir. In der Nähe  vom Asen Staudamm sahen wir die ersten Wohnwagengespanne stehen, kurz vor Asen direkt an einem kleinen Nebensee ohne Verbindung zum Stausee des Osterälvdalen. Weiter ging es dann direkt nach Älvdalen, dort bewunderten wir die Fliegenfischer, die im Fluss standen und angelten. Nach kurzer Zeit kamen wir auf dem Campingplatz an, die offizielle Anmeldung hat auch noch zu. Direkt nebenan liegt das Älvdalen Fiskecenter, wo wir einchecken und uns über die Anglermöglichkeiten schlau machen. Erstmal ging’s unter die Dusche, das Mobil wurde entsorgt und versorgt. Carsten holte sich im Fiskecenter eine Wochenkarte für die Region. Zuerst genossen wir die Mittagssonne bei 21°C. Carsten rüstete sich für das erste Mal zum Fliegenfischen. Dann ging’s direkt über den kleinen Wall hinter dem Wohnmobil in den Seitenarm des Älvdalen. Die ersten Fliegenfisch-Wurfversuche wurde unternommen und waren ganz erfolgreich. Anschließend wurde lecker gegrillt und ein bisschen von Carsten zu tief ins Glas geschaut. Da Carsten gegrillt hatte, haben die Frauen den Abwasch übernommen. Dafür  wollte er noch ein bisschen zum Angeln, Susanne und Waltraud machten einen Spaziergang. Beim Werfen der Fliegenschnur rutschte Carsten aus und machte den ersten Badeversuch in diesem Jahr. Die Frauen belächelten dieses nur. Keinen Fisch, aber nasse Klamotten. 


 
20.05.02
Wieder lächelt uns die Sonne an, wir entschlossen uns eine Fahrradtour zu unternehmen. Es ging Richtung Rot, dann auf der südlichen Uferseite des Osterälvdalen entlang Richtung Asen. Dort beschauten wir uns den gewaltigen Staudamm. Auf der Rücktour nach Älvdalen bemerkten wir einige Stellplätze, wo Angler direkt am Fluss mit Ihren Wohnwagen standen. Wir fuhren zum Campingplatz zurück, bezahlten und machten uns auf den Weg zu diesen Stellplätzen. Bei einem abendlichen Lagerfeuer direkt am Fluss ging dieser wunderschöne Tag zu Ende.  

 
21.05.02
Mit Vogelgezwitscher wachten wir an unserem 15.ten Hochzeitstag auf, Waltraud überraschte uns mit einem Päckchen Mon Cherie und einem kleinen Strauß wilder Stiefmütterchen. Zum Frühstück gab es Champagner, eigentlich fehlte nur noch der Lachs, aber Susanne sagte schon am frühen Morgen: Ich wünsche dir, das du heute etwas schönes aus dem Fluss ziehst !
 
Wir verließen den Stellplatz Richtung Rot, weiter Richtung Sveg. Eine traumhafte Landschaft direkt am Rotälven entlang sollte uns nach Navardalen führen. Dort angekommen, fanden wir leider nur ein verlassenes Gebäude vor. Wir hatten uns auf eine abendliche, selbst eingeheizte Sauna gefreut, mit anschließenden eiskalten Bad im Navarsjön. Hier sollte es frei lebende Bären geben. Carsten versuchte sich dann mit der Angel, leider vergebens. Der Stellplatz war auch nicht gerade schön und so beschlossen wir, weiter Richtung Trängslet. Auch hier ein überwältigender Staudamm, wir fuhren am Auslauf des Staudamms entlang des Österälvdalen. Direkt am Fluss fanden wir einen schönen kleinen Parkplatz ! Es gab Cappuccino und Kuchen. Susanne fragte mich, ob ich nicht noch einmal angeln möchte.Mmmmmh eigentlich war ich zu müde, besonn mich aber einen Augenblick später, doch noch eine Spinnrute klarzumachen und ans Gewässer zu gehen.
Beim 3. Wurf mit einem bronzenen Toby 20 gr. rumste es in der Rute. Nach 10 minütigem Drill wurde eine schöne Bachforelle von 63 cm Länge und 3,6 kg gelandet.

Danach fuhren wir wieder auf unseren vorabendlichen Stellplatz direkt am Fluss. Raus mit der Pfanne und die filetierte Bachforelle kam hinein. Wir genossen den Abend bei leckerem Fisch und Wein, bei untergehender Sonne direkt über dem Fluss. Das Lagerfeuer brannte noch bei netten Gesprächen bis in die Nacht !

22.05.02
Morgens nach dem Frühstück sind wir noch einmal zu dem Platz gefahren, wo Carsten gestern seine Bachforelle gefangen hatte. Einfach noch einmal versuchen, ob sich doch noch etwas aus dem oberen Stück des Osterälvdalen rausziehen lassen könnte. Nach 2 Std. vergebenen Angelns wurden die Sachen zusammen gepackt und es ging auf direkten Weg nach Älvdalen. Erst einmal zum Tanken, dann ein bisschen Shopping fürs Überleben. Das Turistbüro hatte leider über Mittag geschlossen und so entschieden wir uns die Route über Värmhus zum Bärenpark nach Grönklitt zu nehmen. Wir fuhren mal wieder völlig einsam über 30 km nach Värmhus, dann noch ein paar Kilometer bis zum Bärenpark nach Grönklitt (Öffnungszeiten von 10:00 bis 15:00 Uhr) 75 skr Eintritt. Ob die Höhe des Eintrittsgeldes gerechtfertigt sei, ist jedem selbst überlassen! Jedenfalls hatten wir die Möglichkeit, zwei Bärenmütter mit jeweils 2 und 3 Jungen sehen zu können. Auch andere Jungbären tollten sich in einem Wasserbecken in dem Waldstück. Ein anderes eingeteiltes Revier galt den Wölfen. Wir haben bis heute schon viele Wölfe gesehen, die in großen Freilaufgehegen gehalten wurden, aber diese hier waren in Ihrer Pracht und Wildheit von keinem bisherigen übertroffen worden.  Man hätte stundenlang dabei zuschauen können, wie sie sich bewegten.    

Der Stellplatz am Grönklitt erschien uns nicht gut genug und so fuhren wir einfach noch zur Helvetesfallet (Höllenschlucht) dort fanden wir einen ruhigen Wendehammer, wo wir die Nacht verbringen konnten. Wer solche Höllenschluchten schon kennt (wie in Norwegen das Gudbrandstal, bzw. am Peer Gynd Vej) hat nicht viel verpasst ! Aber hier stehen wir wenigstens in aller Ruhe und Abgeschiedenheit.


 
23.05.02
Morgens hatten wir mal wieder Glück, das Wetter war so herrlich, das wir draußen bei 18°C um 08:30 Uhr frühstücken konnten. Die Sachen waren gepackt und wir fuhren auf direkten Weg nach Skattenbyn. Wie im Reiseführer beschrieben, ist der Ort wirklicht sehr malerisch gelegen.  

Nach kurzer Orientierung auf einem netten Parkplatz fuhren wir weiter nach Orsa. Die Stadt war irgendwie nicht nach unserem Geschmack, daher beschlossen wir direkt nach Mora/Siljansee zufahren.

Erst einmal besuchten wir das Turistbüro und suchten nach Aktivitäten, danach ging es auf den Campingplatz Mora-Parken direkt am Osterälvdalen.    

                                   

Ein riesiger Platz, ein paar Wohnwagengespanne und ein anderer deutscher Camper. Wir standen romantisch an einem kleinen Flusslauf auf einer Wiese.

Gegen 15:00 Uhr brachen wir auf, um  die Einkaufszone, die Promenade am Siljansee und die restliche Stadt zu erkunden. Eine kleine nette Einkaufszone mit den üblichen Läden. Für uns die  erste Stadt, seit dem wir aus dem Norden gekommen sind, in der eine Einkaufszone und Leben war. Von dort spazierten wir runter zur kleinen Promenade am Siljansee, die sich aber auch für einen längeren Spaziergang anbietet.  

Am Westufer der Promenade entdeckten wir noch einen kleinen Stellplatz, wo es sich zwei schwedische Wohnmobile gemütlich gemacht hatten. Direkt bei unserem Campingplatz lag eine vermutlich neu angelegte Siedlung, traumhafte Gassen zwischen den hübschen bunten Holzhäusern. Die Obstbäume in den Vorgärten blühten, einladend sich einfach mal hinzusetzen,zu genießen und schöne Kameramotive zu suchen. Eigentlich wollte ich ja keine Inliner mitnehmen, aber Susanne sagte, pack sie ein, wenn noch Platz ist. Zum Glück ! Mora hat ein sehr ausgebautes Fuß- und Fahrradwegenetz mit einem teilweise sehr glatten Asphalt ! Mit den Inlinern direkt über den Campingplatz entlang am Österälvdalen, dann um die Stadt herum. Es brachte Spaß zwischen den kleinen Häusersiedlungen durchzufahren und die schwedische Idylle zu genießen.
 
24.05.02
Wir brachen auf, denn in Leksand/Siljansee sollte in der Zeit vom 24.-26.05.02 ein mittelalterliches Festival statt finden. Zuvor suchten wir in Mora noch den Fabrikverkauf von Messern, leider wie so oft in diesem Urlaub, ist noch alles geschlossen.

 

Entlang am westlichen Ufer über den traumhaften Ort Söllerön (der auch zum Verweilen einlädt), weiter über Siljannäs nach Leksand. Man merkt das wir südlicher gekommen sind, es kommen einem doch etwas mehr Fahrzeuge entgegen. Die Blicke schweifen von links nach rechts durch die schönen Landschaften, die bunten blühenden Obstbäume, die wir in den Ortschaften sehen. Wirklich eine lohnende Fahrtstrecke !

In Leksand finden wir unterhalb der Brücke einen netten Parkplatz, wo wir wohl auch nächtigen werden. Von hier aus erkunden wir die Stadt, bummeln durch eine kleine Ladengasse, holen uns in netten kleinen Läden Ideen für winterliche Bastelstunden und kaufen ein bisschen ein. Der erste Regen seit unserer Ankunft in Schweden setzt ein. Bei Cappuccino und leckeren Kuchen genieße wir die Ruhe. 

Abends gegen 20:30 Uhr geht es dann zum Heimatmuseum aus dem 6. Jahrhundert. Geruch von offenen Feuerstellen kommt uns entgegen, wir sehen die Menschen zwischen den alten Gebäuden stehen und gehen, aus dem Hintergrund kommt irgendwoher mittelalterlicher Minnegesang. Ein Schmied beschlägt irgendetwas, Silberschmiede hämmern auf metallischen Gegenständen herum. Überall laufen die Leute in mittelalterlichen Kleidungsstücken herum. Hier eine Hexe, die gefesselt wird, dort zwei Ritter mit Ihren Knappen. Hier und da stehen die hübsch dekorierten Stände und es wurden mittelalterliche Gegenstände, wie Brote, Obst, Kräuter, Tinkturen, Schmuck und Schwertwaffen angeboten. Man kann irgendwelche leckeren Gerichte zu sich nehmen. Leider spielte das Wetter nicht so mit, es regnete leicht und als dann in der Dämmerung ein Sprecher mitteilte, das gleich etwas auf der großen Festwiese passieren wird, strömten wir mit dem Strom dort hin, es gab keine externe Beleuchtung, alles wurde durch Feuer beleuchtet, die sogar noch dufteten. Zwei Schelme verkasperten die Ritter auf den Pferden, bevor diese dann auf den Parcours gingen und ihre Spiele begannen.

Ein wirklicher netter Abend in schöner mittelalterlicher Atmosphäre. Mit Regenprasseln auf dem Camperdach schliefen wir dann auch ein.                                                 
 
25.05.02
In Insjön besuchen wir am Vormittag einen Fabrikverkauf für Leinenweberei über Seitenstraßen geht es nach Smedsbo und Falun. Der erste Elch wurde von uns gesichtet, er stand ca. 200m weit von uns entfernt am Waldesrand. Wir stellten den Camper ab und warteten der Dinge, was er wohl vor hat, aber das selbe dachte er anscheinend von uns. Er ließ sich fotografieren und mit dem Fernglas beobachten. Es ging weiter nach Sunnborn, wo Carl Larsson sein Heim hatte. Wie auch schon seine Bilder, stellt dieses Haus sein Empfinden auf seinen Bilder da. Leider ist die Führung nur auf Schwedisch, aber wir bekommen ein kleines Handbuch, in dem wir die Führung verfolgen können. Ein wirklich lohnenswerter Besuch (Eintritt 70,- skr pro Person). Wir lassen uns von dem Rundgang inspirieren und alles auf uns wirken und sind begeistert. Susanne holt sich gleich noch ein Buch von Ihm, wie er und seine Familie dort gelebt haben, was auch viele seiner Bilder wiedergeben.


   

Es ist schon spät als wir in der City von Falun ankommen. Die Einkaufspassage wirkt kalt, die Geschäfte haben am Samstag schon um 15:00 Uhr geschlossen, daher beschließen wir, dass wir uns noch einmal einen alten Bergwerkarbeiterstadtteil anschauen. Gamle Herrgarden einer von drei alt gebliebenen Stadtteilen bietet sich in der Umgebung an. Bei kühlen Temperaturen spazieren wir dort andächtig durch. Nebenan ist gleich ein altes stillgelegtes Bergwerk.

Von dort aus fahren wir in Richtung 80 und dann über die 266 nach Vikar, dort finden wir einen kleinen Stellplatz direkt am See für unsere Nacht.     

                                                    
 
26.05.02
Von Vikar aus fahren wir über Strand, Fiskarbo, Guldsmedesviken auf die 80, dann über Hofors, Storvik, Järbo nach Ockelbo. Dort soll es eigentlich eine Menge Sachen geben, die wir uns so vorgenommen haben, ein paar nette Wanderungen oder eine Kanutour. Leider hat das Touristbüro geschlossen, und so fahren wir runter zum Sjöbacken. Selbst dort ist noch keiner auf die Saison vorbereitet und wir entschließen uns an die Schärenküste südlich von von Norrsundet zu fahren. Südlich an der alten E4 Richtung Gävle biegen wir hinter Trödje östlich ab nach Eskön, dort finden wir einen kleinen Wanderparkplatz und bei guten 15°C holen wir die Fahrräder raus und machen eine kleine Tour südöstlich von Eskön an den Schären entlang. Leider sind von der Schotterstraße aus die Schären ehr selten zu sehen, aber wenn sie erscheinen, dann sind es meist Privatgrundstücke mit netten Häusern drauf. 

Zwischen durch erahnt man nur die Schönheit dieser Region. In Harkskär finden wir eine größere Ansammlung von Ferienhäuser, wo wir direkten Zugang an das Wasser finden. Hier machen wir eine Pause und genießen erst einmal die Ruhe und die Aussichten. (Am nächsten Tag trafen wir in Gävle ein älteres deutsches Ehepaar, die uns erzählten, wären wir mit dem Rad von Harkskär weitergefahren, wären wir in Bönan rausgekommen, einem  idyllischen Ort direkt an den Schären mit Parkplatz und einer Räucherei, wo es sich lohnen sollte einzukaufen.)

Also hat es sich doch gelohnt ! Auf dem Rückweg fahren wir noch einmal einen kleinen Umweg und finden einen netten Parkplatz direkt an einem Strandbad. Wir holen das Wohnmobil und platzieren uns hier für die Nacht.     

                                                          
 
27.05.02
Es war nur ein kurzer Weg bis in die City von Gävle, kurz ins Turistbüro, um uns Infos über die City und das Umland zu holen. Erst einmal gehen wir shoppen und schauen uns die Einkaufszone an und tätigen einige Einkäufe. Schauen uns einige Bauwerke an und beschließen zum Schluss, uns die Gamle Stan anzuschauen.   

Es war wirklich nett. Hübsche, restaurierte, bunte Häuschen, in denen sich einige Künstler niedergelassen haben. Ein lohnenswerter Bummel, wenn man schon mal in Gävle ist.

Unser nächstes Ziel sollte ein Campingplatz zwischen Hedesunde und Gysinge sein. Auf dem Weg dort hin, in einem Vorort von Gävle finden wir ein sehr großes Einkaufszentrum (Valbo), dort sehen wir IKEA und entschließen uns kurzfristig unser Mittagessen dort einzunehmen. Es ist zwar schon 15:00 Uhr, aber was soll´s ! Gegen 17:30 Uhr kommen wir in Sandnäsbadet Camping an, ein sehr ruhig und abseits gelegener Platz (www.dalaven.com). Am Abend fragen wir den Betreiber erst einmal wie das Wetter in den nächsten Tagen werden soll. Da wir seit drei Tagen zwischendurch immer mal Regen hatten, sind wir unserer Aktivitäten nicht so sicher. Aber er teilte uns mit, dass das Wetter hier oben besser werden soll. Nunja, wir wollten hoffen !


28.05.02
Und er hat recht behalten! Morgens lachte uns die Sonne an, wir konnten sogar draußen frühstücken. Wir mieteten uns ein Boot mit Außenborder und nach dem Kaffeetrinken geht’s dann los ! Die Angelsachen fertig gepackt, und ab ins Boot. Irgendwie lief der Außenborder nicht richtig, daher bin ich auch schon gar nicht so weit auf den See hinaus gefahren und siehe da, er ging aus und sprang auch nicht mehr an.


Also war erst einmal rudern angesagt und so nahmen wir dann jede Bucht mit. Ergebnis bis um 19:00 Uhr waren 2 Hechte um die 50 cm, die ich wieder reinsetzte, damit sie noch ein bisschen wachsen. Zurück zum Anleger und dann bekamen wir einen neuen Motor, mit dem es dann weit aus besser fuhr. Ich machte eine Schleppangel fertig und so fuhren wir einige Buchten nördlich des Platzes ab, wieder zwei kleine Hechte um die 50 cm und ein Barsch, der um die 600 gr. und um die 30 cm lang ist. Abends auf dem Platz der erste Schwerstangriff der Mücken in diesem Urlaub, daher zogen wir es vor, es uns im Wohnmobil bequem zu machen. 

29.05.02
Gegen 05:30 Uhr war ich wieder auf dem See, leider vergebens. Als ich gegen 08:30 Uhr zurück war, schien die Sonne richtig warm und wir frühstückten draußen. Wir genossen die Sonne bei 25 °C über viele Stunden. Am frühen nachmittag gings dann wieder zum Boot und wir wollten die Insel Ön umrunden, an einigen Stellen war der Wind so stark, das wir uns über Umwege durch den Windgeschützeten Teil des See’s begeben mußten. Ein Hecht von 63 cm ging uns an den Haken. Als wir den Wind endlich wieder im Rücken hatten, hielten wir noch einmal die Schleppangel raus, und so ging noch einmal ein etwas größerer Hecht an den Haken. Leider konnte er sich beim Keschern wieder davon machen. Insgesamt dauerte diese Umrundung ca. 4 Std.
 
30.05.02
Unser letzter Morgen auf dem Platz, bevor es Richtung Örebro weiterging. Auf der Hälfte der Strecke wurde das Wetter sehr schlecht und wir hatten zeitweise sogar Regen. Gegen frühen Nachmittag kamen wir in Örebro an und erkundigten uns im Turistbüro am Schloß, wo man Smörgastbrod essen gehen kann, wie auch im Velbinger Reiseführer (von 1995) beschrieben, sollte das am Gustaviksbadet im anliegenden Restaurant möglich sein.

 

Dann fuhren wir dort hin. Für 84 skr hatten wir eine riesige Auswahl von einem schwedischen Büfett mit antialkohlischen Getränken inklusive. Mit gefüllten Bäuchen gings dann weiter in Richtung Vättern über Kumble, Askersund und Karlsborg nach Hjo.

Leider ist der Parkplatz am Hafen nur noch für 4 Stunden Parkdauer, zum Nächtigen somit ungeeignet, als Ausgangspunkt um das Örtchen zu erkunden aber zentral gelegen.
 
31.05.02
Grund für unserem Besuch in Hjo war das Geschäft Hem & Hobby Presenter Hamnen Hjo 0530-12510 (Wochentags 10:00-18:00h, Samstags 10:00-14:00 h, Sonntags 12:00-16:00 h) und den Hauptladen am Skövdevägen 47 in Hjo (Wochentags 10:00-18:00h, Samstags 10:00-15:00 h, Sonntags 12:00-16:00 h). Einfach was für Leute die schwedische Wohnkultur in Form von kleinen Tischutensilien suchen und schwedische Einrichtungen lieben. Daher noch der Tipp, das man diesen Laden auch in Skövde findet unter:

Tyger
Hertig Johans Gata 10
Skövde 0500-413199
(Wochentags 10:00-18:00h, Samstags 10:00-14:00 Uhr)
  und
Presenter
Kungsgatan 11
Skövde 0500- 487830
(Wochentags 10:00-18:00h, Samstags 10:00-14:00 Uhr)

Susanne lies ihrer Fantasie dort freien Lauf und kaufte wieder wundervolle Sachen ein, die unser zu Hause wieder nett dekorieren werden. Weiter ging es dann nach Skövde, weil das Wetter nicht so mitspielte, denn bevor wir im Regen in Hällekis sitzen, können wir auch noch ein bischen in Skövde bummeln gehen.

 

Gerade angekommen schien die Sonne und so konnten wir ein schön bummeln. Als wir wieder im Carthago saßen, fing der Regen wieder an. Unser Weg ging dann nach Hällekis am Vänern, unser letztes Ziel für unseren diesjährigen Schwedenurlaub. Wir parkten am Häuschen von Michael und Frauke und als die Sonne ihre Fühler ausstreckte, b esuchten wir den Handverksbyn (eine kleine Straße mit kleinen, bunten Holzhäusern, wo Handwerker ihre kleinen Ateliers und Verkaufsräume haben.

 

Ein lohnenswerter Besuch! Abends nach dem Essen bekommen wir noch Besuch von Bärchen (Björn), der im Haus noch einmal nach dem Rechten schauen wollte. So früh um 21.30 Uhr haben wir unsere Freunde aber nicht erwartet. Immerhin von Kropp bei Schleswig nach Hällekis in etwas über 9 Std. war keine schlechte Leistung. So haben wir noch beim Ausladen des Mobils geholfen, um danach noch lange zusammen zu sitzen und von unseren Urlaubserlebnissen zu erzählen.
 
01.06.02
Michael besorgte uns frische Brötchen ! Nach einem ausgiebigen Frühstück wurden wir erst einmal zur Gartenarbeit eingeteilt und so konnten wir die beiden noch tatkräftig unterstützen. Gegen mittag sind die drei Frauen mit den Fahrrädern in Richtung “Landhandel” bei Hällekis gefahren und schlürften dort ihren Kaffee und Ihre heisse Schokolade mit Marsmellows in der dortigen Kaffeestugan. Michael und ich wollten für das Abendbrot sorgen und sind zum Angeln auf den Vänern rausgefahren. Wir hatten Pech und hatten jeder nur 5 Hechte. Leider alle nicht größer als 52cm. Nunja, dieser Kindergarten gehört halt nicht in den Topf.

 
So mußte Frauke am Abend Ihre Kochkünste beweisen. Gut gesättigt unternahmen wir noch eine abendliche Bootsfahrt auf dem Vänern durch die Bucht von Hällekis. So ging unser letzter Urlaubstag bei einem netten Abend in schwedischer Atmosphäre zu Ende. 
02.06.02
Gegen 04:30 Uhr wurde aufgestanden, denn unsere Fähre von Göteborg nach Frederikshavn ging um 08:00 Uhr. Morgens hatten wir teilweise starken Nebel und einige Rehe sprangen uns auch fast vor das Auto. Man sollte so früh morgens wirklich aufpassen. Die Überfahrt war wunderschön, die ganze Passage konnten wir auf dem Oberdeck verbringen und sie Sonne genießen. Schade, der nächste Urlaub ist erst im September, das ist noch ein bisschen hin. Aber in Schweden haben wir wieder viel Neues gesehen, was wir beim nächsten Besuch noch einmal vertiefen werden. 
 

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